Experten-Tipp Gela Allmann
Gela Allmann
Outdoor / 26.07.2016

Ein langer Weg zurück ins Leben: Nie unterkriegen lassen, nie aufgeben!

Gela Allmann Extremsportlerin, Moderatorin und Model
Gela Allmann im Interview

Extremsportlerin, Moderatorin und Model Gela Allmann ist 2014 bei einem Fotoshooting für eine Zeitschrift auf Island einen Steilhang hinabgestürzt – 800 Meter in die Tiefe. Ein Wunder, dass sie überlebt hat. Und ein langer Weg zurück ins normale Leben.

Sie ist eine Überlebenskünstlerin

Unzählige Knochenbrüche, 6 lange Monate Krankenhaus, viele Operationen – der Horrorsturz verändert das Leben der leidenschaftlichen Sportlerin Gela Allmann dramatisch.

Jahrelang schon hatte Gela auch für uns als Model gearbeitet, daher waren wir natürlich sehr besorgt nach ihrem Unfall. In einem Gespräch hat sie uns von ihrem langen Genesungsprozess.

Interview Gela Allmann

"Denke immer positiv und bleibe stets zuversichtlich!"


Gela Allmann
Extremsportlerin, Moderatorin und Model

Gela Allmann im Interview

Unsere erste Frage ist natürlich, wie es dir heute geht?

Danke, immer besser! Natürlich ist noch nicht wieder alles gut, aber ich sehe immer gerne, dass was voran geht und das ist doch einiges. In meinem rechten Knie fehlen mir noch alle Bänder, ich habe keinen Außenmeniskus und einen sehr kaputten Knorpel. Aber insgesamt machen das Bein und die Muskulatur super Fortschritte. Auch der damals abgerissene Nerv wächst nach wie vor.

Ich bin einfach sehr dankbar, dass ich wieder draußen in den Bergen unterwegs sein kann. Wenn ich zum Beispiel auch noch nicht wieder laufen kann, so kann ich doch wieder flott mit Stöcken im Stechschritt zum Gipfel marschieren oder dort mit dem Mountainbike meine Runden drehen. Ich kann mich nicht beklagen, ich hatte wahnsinniges Glück.

Wenn man Details über deinen Sturz liest, dann kann man kaum glauben, dass jemand so etwas überlebt. Was war dein erster Gedanke, als du endlich nach 800 Metern Halt gefunden hast?

Ich konnte es erst kaum fassen, dass ich tatsächlich nicht mehr fiel, aber als ich realisierte, dass ich wirklich zum Stillstand gekommen war und noch lebte, war ich unendlich dankbar. Ein paar Sekunden später schoss mir dann aber der Schmerz in alle Gliedmaßen und es war erstmal vorbei mit der Dankbarkeit. Ich begriff dann schnell, dass ich noch mitten drin war im Überlebenskampf.

Denkst du noch zurück an den Tag oder hast du ihn verdrängt?

Natürlich denke ich noch an diesen Tag zurück. Es war das schlimmste vorstellbare Ereignis überhaupt, aber ich hatte an diesem Tag einfach auch wahnsinniges Glück. Der Bergretter spricht sogar von einem Wunder. Der Tag gehört nun mal jetzt zu meinem Leben dazu und hat mich mit Sicherheit auch geprägt.

Wie ist eine leidenschaftliche Sportlerin wie du damit umgegangen zur Untätigkeit verdammt zu sein? Einen Körper zu haben, der dir nicht mehr so gehorcht, wie du es gewohnt warst?

Für mich war es psychisch zu Beginn schwer zu verstehen, dass meine körperliche Unversehrtheit, die mir bis dato so viel bedeutet hatte, vorbei war. Dies zu realisieren und akzeptieren war für mich wohl schlimmer als die ganzen Schmerzen. Erdulden kann man als Sportler viel. Mit der Akzeptanz tut man sich da für gewöhnlich schwieriger. Aber als Sportler weiß man auch, dass man alles in seiner Macht stehende tun wird, um zu alter Stärke zurückzufinden. Ich wusste es auf jeden Fall. Nicht alles zu geben war für mich von Beginn an keine Option. Ich wollte wieder zurück auf den Gipfel.

Woher hast du die Kraft genommen für die vielen Operationen? Und wie hast du dich motiviert für die zahllosen Stunden in der Reha?

Ich hatte so ein tolles und starkes Team hinter mir: Angefangen bei meinem Mann, meiner Familie und Freunden und natürlich den vielen Ärzten, Physios und Trainern, denen ich allen bis heute auf meinem Reha-Weg bedingungslos vertrauen und auf ihre Unterstützung zählen kann. Das gibt wahnsinnig viel Kraft. Es ist wichtig, dass man positiv bleibt, sich nicht hängen lässt und sich kleine Etappenziele setzt, deren Erreichung motiviert. Als ich mich in der Reha wieder bewegen durfte, ging es mir gleich viel besser. Natürlich gibt es auch noch heute Rückschläge. Da hilft es einmal tief durchzuschnaufen und vielleicht eine kleine Pause einzulegen, um dann wieder optimistisch voll durchzustarten. Nur nie hängen lassen.

Oft verschieben sich nach besonders einschneidenden Erlebnissen ja die Prioritäten, manchmal sogar die ganze Lebenseinstellung. Wie ist das bei dir?

Ich war und bin schon immer ein extrem positiver Mensch und würde meine Lebenseinstellung auch genau so beschreiben: Fight! Aus tiefstem Herzen. Smile! Auch wenn etwas einmal nicht so läuft. Und Love! Weil das Leben genial ist. Was ich aber defi nitiv gelernt habe: Pausen einlegen, mit Stolz auf das bereits Erreichte zurückschauen und dankbar sein kann manchmal erfüllender sein, als immer nur zum nächsten Ziel zu hetzen.

Du hast deinen Weg zurück ins normale Leben von Anfang an sehr öff entlich gelebt. War das manchmal nicht zusätzlicher Druck für dich? Oder war das eine Art Ansporn schnell wieder auf die Beine zu kommen?

Jeder hat ja einen anderen Weg mit Schicksalsschlägen umzugehen. Für mich war es kein Druck, weil ich bin eh nur wie ich bin, daran ändert auch keine Öff entlichkeit etwas. Es hat mich motiviert zu sehen, dass mein Weg andere motiviert.

Das viele positive Feedback von so vielen lieben Leuten hat mich also höchstens angespornt. Ich glaube außerdem: Positives zieht Positives an. Gemeinsam motiviert und stark zu sein ist immer besser, als alleine zu kämpfen.

Aber widmen wir uns nun der Gegenwart. Schön, dass du auch wieder als Model tätig bist. Darüber freuen wir uns natürlich ganz besonders, denn auch in dieser Ausgabe bist du zu sehen. Welche anderen Pläne hast du derzeit?

Es macht mir wahnsinnig Spaß, nun auch als Referentin unterwegs zu sein und meine Motivation so weiter an den Mann zu bringen. Ich würde gerne einmal wieder ein reines Uphill-Skitourenrennen, also ein Vertical, mitgehen. Nicht um zu gewinnen, so fit werde ich nicht mehr sein, sondern einfach aus Spaß an der Freude und um noch einmal Wettkampf-Atmosphäre zu schnuppern.

Und ich freue mich auf viele weitere tolle Shootings und auch darauf wieder als Moderatorin tätig zu sein.

Du hast die Erlebnisse der letzten beiden Jahre in einem Buch beschrieben. War das deine Form der Verarbeitung?

Ja, für mich war das Schreiben wie eine Therapie. Ich habe schon immer gerne geschrieben und meine Gedanken so für mich geordnet. Da ich im Krankenhaus zu Beginn nicht recht viel mehr vom Bett aus machen konnte, war das ideal. Dass daraus am Ende ein Buch werden würde, war anfangs nicht geplant.

Aber es hat sich, wie so einiges, nach meinem Unfall so ergeben. Und wenn etwas so leicht geht, dann soll es vielleicht manchmal so sein, glaube ich. Das Buch soll Menschen helfen und motivieren immer an sich zu glauben und niemals aufzugeben.

Was steht in Sachen weiterer Heilung noch auf dem Plan? Wie weit ist der Weg noch für dich?

Ich gehe immer noch dreimal die Woche zur Reha und 1-2 Mal zur Physiotherapie. Irgendwann wird man im Knie schon noch mal operieren müssen, das ist klar. Aber derzeit liegt der Fokus noch immer auf der Regeneration des transplantierten Nervs und dem Aufbau meiner Beinmuskulatur, um auch auf konservativem Weg erstmal alles maximal mögliche an Fortschritt zu erzielen.

Jede weitere Operation bedeutet vor allem in meinem stark vorgeschädigtem Bein einiges an Risiko und ist erst einmal zu vermeiden. Vielen Dank Gela, dass du dir für uns Zeit genommen hast. Wir wünschen dir für deine Gesundheit weiterhin alles Gute und freuen uns schon darauf, wieder einmal mit dir zusammenzuarbeiten.

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