Triathlon - Das Interview
Sebastian Kienle
Running / 28.04.2016

Dreifach top in Form: Triathlet Sebastian Kienle im Interview

Sebastian Kienle Europameister Ironman (2017)
Experte

Sebastian Kienle wurde am 06.07.1984 in Mühlacker geboren.

Zu seinen größten Erfolgen zählen die Titel als Weltmeister Ironman 70.3 (2013), Ironman Hawaii (2014), Vize-Weltmeister Ironman 70.3 (2015), Europameister Ironman (2014, 2016, 2017) und Vize-Europameister Ironman (2015) sowie die Wahl zum Triathlet des Jahres 2014.

Sebastian Kienle im Interview

Nach vorne schauen hört sich gut an. Ich war vor Kona sehr fit, leider habe ich das am Renntag nicht gezeigt. Natürlich starte ich sehr motiviert in die neue Saison, aber so wie ich nach einem Sieg nicht denke, dass alles perfekt war, so glaube ich auch nach einer Niederlage nicht gleich, dass die Vorbereitung schlecht war. Ich freue mich sehr auf nächstes Jahr und das ist die wichtigste Voraussetzung, um den Titel zurückzuholen.

Wirst du dein Training verändern oder andere Schwerpunkte setzen?

Sicher werde ich Dinge verändern, aber vor allem auch abseits vom Training. Ich habe da im letzten Jahr vielleicht auch zu viele Kompromisse gemacht, das bleibt für eine gewisse Zeit immer ohne Konsequenzen, weil ich einfach eine sehr gute Grundlage habe, von der ich zehren kann. Nur irgendwann kommt die Quittung. Im Sport bleibt das Niveau, das man sich einmal erarbeitet hat, nicht einfach erhalten ohne etwas dafür zu tun.

Was treibt dich bei den vielen tausend Trainingsstunden an?

Ich liebe meinen Job, ich habe ein extrem großes Maß an Freiheit. Dazu habe ich den Ehrgeiz, Rennen zu gewinnen.

Du bist ein Weltklasse-Triathlet, wärst aber in jeder der drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen kein Top-Athlet: Was schaust du dir bei Schwimmern, Radfahrern und Läufern ab?

Sicher schaut man auch mal auf die Einzeldisziplinen, ich habe z.B. einen Schwimmtrainer, der aus dem Schwimmbereich kommt. Aber Triathlon ist mehr als die Addition der einzelnen Disziplinen. Deshalb probiere ich immer wieder, Akzente zu setzen und mich auch mit den Spezialisten zu messen.

Neben deiner eigenen Leistung bist du auf perfektes Material angewiesen, um in der Weltspitze mitzumischen: Was müsste dringend erfunden oder weiterentwickelt werden? Bei welchen Materialien liegt noch Potenzial?

Man denkt immer "das Limit ist sicher schon fast erreicht", bis man wieder etwas Neues findet. Darin liegt für mich auch ein bisschen der Reiz in meinem Sport, ich setze mich gerne mit dem Material auseinander. Ich gebe gerne Feedback an meine Sponsoren. Potenzial gibt es also immer.

Die Faszination Triathlon reißt viele mit, doch der mediale Fokus richtet sich sehr schnell auf die großen Langdistanzen Hawaii, Frankfurt und Roth. Für Einsteiger wirken deine Leistungen manchmal übermenschlich: Was rätst du Sportlern, die Triathlon spannend, Langdistanzen aber eher abschreckend finden?

Das ist gar nicht so schlecht als Ausgangsposition. Ich kenne eher das andere Extrem, alle wollen gleich eine Langdistanz starten. Ich rate ganz klassisch dazu, erst einmal eine Kurzdistanz, dann ein paar Mitteldistanzen (70.3) zu starten. Da lernt man viel und merkt, ob einem die Sache Spaß macht.

Ein paar private Fragen

Gibt es denn noch einen Ort auf der Welt, an dem du gerne einen Triathlon-Wettkampf bestreiten würdest?

Der Island House Triathlon auf den Bahamas sah nicht schlecht aus. Sonst würde ich gerne wieder mal den Xterra Crosstriathlon auf Maui starten. Aber am schönsten sind für mich meistens die Rennen daheim.

Und wie lauten die Vorzüge vom Reisen?

Ich kann die ganze Welt sehen und dort das machen, was ich liebe. Ich kann länger an einem Ort bleiben und lerne auch die Leute dort kennen. Das ist auch etwas, das einem nach dem Ende der Karriere bleibt.

Zu guter Letzt: Du hast Physik studiert und bist aktuell für Internationales Management in Ansbach eingeschrieben. Was macht Sebastian Kienle in zehn Jahren?

Ich möchte mir da alles offen halten, zwischen Hausmann und Unternehmensberatung kann ich mir alles vorstellen.

Sebastian Kienle

"Auf meinen Reisen vermisse ich am meisten meine Freundin, meine Familie, meine Freunde und Laugenbrötchen."


Sebastian Kienle
Europameister Ironman (2017)

Warm, wärmer, heiß

Gib deinen Standort an, um Sportgeschäfte, Produkte und Aktionen in deiner Nähe zu finden.

oder

{{localizationError}}

Suche

Gib deinen Suchbegriff ein, um Produkte zu finden oder Infos zu den neuesten Innovationen zu erhalten